Ich erzähle Dir, warum Du nach Lecce reisen solltest, nachdem ich selbst dort war. Es gibt Städte, die besuchst Du, machst ein paar Schnappschüsse, gehst vielleicht ein paar Aperitivo trinken und lecker etwas essen, dann fährst Du weiter und nach ein paar Monaten weiß Du nichts mehr über Deinen Besuch dort. Und dann gibt es Städte wie Bologna, Rom, Neapel usw. (um nur einmal das gängigste in Italien zu nennen) – die bleiben dir im Gedächtnis und im Herzen, für immer. Und Lecce gehört auch auf diese Liste, garantiert. Du musst nur mal hinfahren, an den “Absatz” von Italien, in das Herz des Salento – dann verstehst Du, warum.
Inhalt
In der Stadt
Unser Besuch (Ende September) dort fing mit etwas Verwirrung angesichts der lokalen Parkbeschränkungen an. Wir haben uns mit unserer Gastgeberin, Lucciana, vor unserem vermeintlichen Apartment getroffen – mit so viel Gepäck dabei, wie wir tragen und ziehen konnten. Wie sich herausstellte, waren wir aber nicht vor unserem Appartment, sondern vor ihrer Wohnung. Wir sind dann also – mit dem gesamten Gepäck – durch (gefühlt) halb Lecce gepilgert, da Lucciana meinte, wir sollten mal prüfen, wo das Auto steht, da man eben variable Zufahrtsbeschränkungen in der Innenstadt hat. Das ging etwas kreuz und quer, da wir uns nicht ganz verstanden hatten, wir haben dann festgestellt, dass ich dort wo ich stand nicht parken durfte und sind dann endlich doch noch am Apartment angekommen. Das hat alles ca. 45 Minuten gedauert und ich war klatschnass geschwitzt, aber bereits hier habe ich mich in diese über 2.000 Jahre alte Stadt verliebt. Ein ruhiger, alter, freundlicher und warmer Charme geht von jeder Gasse und jedem Gebäude aus. Wir haben dann das Auto umgeparkt und – nachdem wir vorher ja schon viel kreuz und quer gegangen waren – haben uns sofort mit den romantischen Gassen vertraut gefühlt.
An den nächsten Tagen sind wir immer wieder auf Entdeckungstour in Lecce gegangen und haben uns noch mehr in die uralten Gassen und Wege und die Gebäude aus hellem bis honigfarbenem Kalkstein („Pietra Leccese“) verliebt. Dieser Kalkstein ist übrigens so weich, dass er sich zum einen gut bearbeiten lässt, zum anderen aber auch sehr schnell verwittert, was man an vielen Stellen sehen kann.
Die Stadt – die bei den Römern noch Lupiae hieß – mit ihren knapp 100.000 Einwohnern wird auch das „Florenz des Südens“ genannt – wegen der reichen barocken Architektur. Die Basilika Santa Croce, als das wichtigste Symbol des lokalen Barock und eine der beeindruckendsten Kirchen Süditaliens, trägt mit Sicherheit zu diesem Ruf bei. Wenn Du von außerhalb der Stadt kommst und durch das Porta Napoli, eines der historischen Stadttore, gehst, beginnt einen andere Welt – eine, der Du die uralte Geschichte anmerkst und die gekennzeichnet ist von schmalen, labyrinthartigen Gassen, in denen Du zahlreiche versteckte Höfe, Palazzi und Kunsthandwerk findest.
Kulinarisches
Das Schöne an Italien aus kulinarischer Sicht ist ja, dass jede Region ihre eigenen Spezialitäten aufweist, auf die man auch durchaus stolz ist – und das zu Recht. In Lecce – und natürlich generell in Apulien – findest Du Köstlichkeiten wie
- Orecchiette (handgeformte Nudeln), besonders con le cime di rapa – also mit Stängelkohl. Kennst Du nicht? Ist nicht schlimm, gibt es in Deutschland quasi nicht, zumindest habe ich den hier noch nie gesehen.
- Alles, was aus dem Meer kommt und hier frisch zubereitet wird – und hierbei wirst Du vermutlich nie enttäuscht werden.
- Pasticciotto (gefülltes, warmes Gebäck – schau mal hier nach, wenn Du mehr darüber erfahren willst.)
- Caffè Leccese (Espresso über Eis mit Mandelmilch) – ich war voll begeistert, ist absolut zu empfehlen
Ausflugsziele
Südlich von Torre dell’Orso im Osten findest du bizarre Felsen, die aus dem Meer ragen und kristallklares Wasser, das mich beim Schnorcheln begeistert hat. Und wenn das nichts für Dich ist, dann kannst Du hier herrliche Spaziergänge oberhalb des Meeres, aber auch eine Etage tiefer (auf leicht unebenem Gelände) machen.
Porto Cesareo – Fährst Du nach Westen, Richtung Innenseite des Stiefelabsatzes, gelangst Du nach Port Cesareo. Nördlich hiervon gibt es flache Sandstrände mit karibisch blauem Wasser. Ideal zum Entspannen, Baden und um die eine oder andere leckere Kleinigkeit zu essen.


























