Bologna – Genusshauptstadt in der Emilia-Romagna

Seit ich vor einigen Jahren das Lied Bologna von Wanda gehört hatte, wollte ich schon immer mal nach Bologna. So war es dann eines Tages so weit, dass ich – immer mit diesem Lied im Kopf und im Ohr – spontan nach Bologna gefahren bin, über einen kleinen Zwischenstopp in Südtirol am Kalterer See. Und was soll ich sagen: Ich war sofort ergriffen von dieser Stadt, Oder besser gesagt, diese Stadt hat mich ergriffen, in den Besitz genommen. Und seitdem antworte ich auch mit “Bologna”, wenn mich jemand fragt, wo ich hingehe. Bologna wurde zu einer meiner Lieblingsstädte in Italien, weil es lebendig, echt aber auch gechillt ist. Natürlich gibt es hier genug Touristen, aber man merkt, dass der Tourismus akzeptiert wird, jedoch nicht im Mittelpunkt steht. 

Zusammenfassung

Die endlosen Portici (Säulengängen), den schiefen Mittelaltertürmen (Besichtigungen sind hier buchbar unter) und die Geschichte vieler Jahrhunderte, die einem überall entgegen springt, schaffen eine unvergleichliche, gelassene und  nahezu mondäne Atmosphäre. Dazu kommt, dass es in den engen Gassen nach frischer Pasta, Käse, Mortadella (wurde in Bologna erfunden) und Espresso duftet. Man sitzt zwischen Studierenden, Musikern und Einheimischen, genießt Wein und kleine Gerichte, und fühlt sich sofort willkommen. Kurzum: Bologna ist meine geheime Hauptstadt des Genusses.

Kulinarisches

Doch nicht nur die Mortadella wurde hier erfunden, sondern auch Tagliatelle al ragú – das, was man in Deutschland als Spahetti Bolognese kennt – auch wenn letzteres nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Gericht zu tun hat. Wer’s nicht glaubt, kann gerne hier vorbeischauen: Osteria dell’Orsa, hier soll es die ursprünglichste Version dieses phänomenalen Gerichts geben. Dazu schmeckt übrigens – nach eigener Erfahrung – ganz wunderbar ein Glas (oder eine Flasche) Pignoletto Frizzante, eine Rebsorte, die speziell rund um Bologna (wohl schon seit der Römerzeit) angebaut wird und die in der prickelnden Variante auch als lokale Spezialität gelten dürfte.

Wenn Du auf der Suche nach weiteren Köstlichkeiten in Bologna bist, solltest Du auch unbedingt in der Gegend von Quadrilatero, einem historischen Markt- und Delikatessen-Viertel im Zentrum von Bologna, angrenzend an die Piazza Maggiore, vorbeischauen. Speziell in der Via Pescherie Vecchie findest du einen Delikatessenladen (mit Straßenrestaurants) an den anderen gereiht. Meine Empfehlung: Gehe vor dem Essen in einen der Delikatessenläden und atme tief ein. Das Geruchserlebnis wird sicherlich – so wie mir – für immer im Gedächtnis bleiben.

Sehenswertes

Bologna ist eine der Städte in Italien, bei der man im Nachhinein merkt: Ich hätte mehr Zeit einplanen sollen. Sie ist authentisch, lebendig, kulinarisch unschlagbar und voller Geschichte, ohne jemals überlaufen zu wirken wie Florenz oder Venedig.

Was man in Bologna auf jeden Fall gesehen haben sollte, sind natürlich die insgesamt 40 km langen Arkandengänge, die sich durch die ganze Stadt ziehen. Sie dienten in früheren Jahrhunderten zum Schutz vor der Sonne im Sommer und dem Regen im Herbst und Winter. Man kann hier stundenlang schlendern und das Flair der Stadt aufsaugen. Bist Du in der Stadt unterwegs, lässt es sich gar nicht vermeiden, dass Du an den zwei verbliebenen Geschlechtertürme aus dem 12. / 13. Jahrhundert vorbeikommst – eine Erinnerung an längst vergangene Zeiten.

Auf jeden Fall einen Besuch wert ist auch die älteste Universität in Europa (Gründung 1088) besuchen. Der Palazzo dell’Archiginnasio, der alte anatomische Hörsaal und die Bibliothek sind wirklich beeindruckend. Hier wurde Wissenschaft geboren.

Wenn Du genug geschlendert bist, winken ein Aperitivo oder ein leckerer Snack im Mercato delle Erbe, einem überdachten Markt mit kleinen Restaurants und Streetfood. Wenn Dir dann noch Zeit bleibt, schau gerne in der Basilica San Petronio vorbei, einem gigantischen aber unvollendeten Bau mit dem berühmten Meridianlinien-Messinstrument im Boden. Danach kannst Du den Abend entspannt in einer der Bars an der belebten Piazza Maggiore ausklingen lassen.

Tipps zu Bologna

  • Reiseführer: Mir persönlich hat der MARCO POLO Reiseführer Emilia-Romagna gute Dienste geleistet.
  • Unterkunft: Im Hotel San Donato bist Du mittendrin und es gibt einen gesicherten Parkplatz.
  • Stadtführungen: Buche Dir unbedingt einen Guide, beispielsweise über GetYourGuide – ich hatte eine Geschichtslehrerin und das war der Jackpot.
  • Kulinarisches: Gehe in die Via Pescherie Vecchie, setze Dich in eines der Straßenrestaurants und bestelle Dir eine der gemischten Platten – Du kannst eigentlich nichts verkehrt machen. Danach gehe um’s Eck auf die Piazza Maggiore und suche Dir einen schönen Platz um noch den einen oder anderen Wein und die Abendstimmung zu genießen.

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